Du bist mitten in deiner Ausbildung oder hast sie bereits abgeschlossen? Vielleicht fragst du dich manchmal, wie ein richtig guter Ablauf im Coaching eigentlich aussieht. Oder du sitzt vor deinem Coachee und denkst: „Welche Coachingfragen bringen uns jetzt wirklich weiter?“
Solche Stolpersteine kennen alle, die Coach werden wollen oder ihre Ausbildung gerade abgeschlossen haben. Mit ein paar einfachen Kniffen kannst du nicht nur souveräner coachen, sondern auch das notwendige Vertrauen zu deinen Klient:innen aufbauen.
Warum ein strukturierter Lern-Ablauf so wichtig ist
Unser Gehirn arbeitet nach klaren Mustern. Wenn wir diese Muster (Lernphasen) besser verstehen, können wir sie gezielt nutzen.
Beim Lernen laufen für uns alle immer gleiche Prozesse ab: Lernstoff aufnehmen, begreifen, abspeichern und abrufen.
Ganz individuell ist jedoch, wie wir unsere Lernprozesse steuern. Wir haben eigene Stärken und Arbeitsgeschwindigkeiten. Oft befinden wir uns in unterschiedlichen Motivations-, Lernphasen oder Lebenssituationen. Manchmal fehlen uns nur geeignete Methoden zum Lernen.
Dazu gehören einerseits Lernpersönlichkeit und –strategie, unsere grundsätzliche Einstellung zum Lernen und zum Leben, die bestimmt, ob und wie wir
- mit einer guten Haltung, Spaß, Leichtigkeit und Begeisterung lernen
- einen gesunden Umgang mit Ablenkungen, Energieräubern, Stress, Lernblockaden und negativen Emotionen entwickeln
- in allen Lebensbereichen Raum für Wachstum und Lernen schaffen
- Flexibilität entwickeln, um uns auf Veränderungen einzulassen und neue Wege auszuprobieren
- unser Unterbewusstsein kennen und nutzen lernen
Aber auch Lernmethoden und –techniken, unsere Fähigkeiten und Fertigkeiten
- eine gute Lernumgebung und gute äußere Bedingungen zu schaffen
- uns zeitlich optimal zu organisieren
- Ziele zu finden und umzusetzen
- unseren Fortschritt messen zu können
- geeignete Organisations-, Lern- und Lesetechniken zu beherrschen
Ein klarer Ablauf hilft,
- Orientierung und Sicherheit zu schaffen
- den Fokus auf die Ziele zu halten
- die Qualität und Wirksamkeit zu steigern
- Veränderungen nachhaltig umzusetzen
In diesem Beitrag schauen wir uns den Lern Ablauf Schritt für Schritt an: welche Lern-Phasen es gibt, welche Rolle sie im 4-Phasen-Modell spielen.
Tipp: In der Lernwerkstatt ist dieser gesamte Lernprozess von der Vorbereitung über das Sichten und Aufbereiten bis zum Abspeichern und Abrufen in Phasenkarten beschrieben. Werkzeugkarten ergänzen die Phasen mit detailliert beschriebenen Methoden zur Umsetzung.
Der Ablauf des Lernens- die 4 Phasen im Überblick
Es gibt verschiedene Modelle, doch besonders bewährt hat sich das 4-Phasen-Modell. Es bietet genug Struktur, ohne starr zu sein, und lässt Raum für individuelle Anpassungen. Die Phasen:
- Phase 1/Vorbereiten – Lernen lernen Zeit und Ziele planen
- Phase 2/Sichten – aktiv, strukturell Lesen
- Phase 3/Aufbereiten – Stoff sortieren, vertiefen, verstehen
- Phase 4/Abspeichern – Wissen behalten, abrufen
Phase 1: Vorbereiten Teil 1
Lernen lernen
Das Lernen will gelernt sein! Diese Phase liegt vor dem eigentlichen Lernprozess, ist aber eine sehr wichtige, denn hier gewinnen wir unsere Haltung zum Lernen. Wir erfahren Möglichkeiten, unsere Kompetenzen zu optimieren und unsere Potentiale
und Begabungen zu fördern und zu entfalten. Damit unterstützen wir den Lernprozess und gewinnen eine neue Einstellung zur eigenen Leistungsfähigkeit. Schlüsselqualifikationen nicht nur fürs Lernen, sondern für unser gesamtes Leben.
Phase 1: Vorbereiten Teil 2
Zeit und Ziele planen
Ressourcen gut einsetzen. Nachdem wir Vorbereitungen zu einer positiven Lernhaltung in Phase 1 getroffen haben, geht es in dieser Vorbereitungsphase, Teil 2 an die konkrete und effektive Planung des Lernprozesses. Wenn wir die Zeit richtig im Griff haben, funktioniert das Lernen und dank richtiger Zielsetzung gewinnen wir wertvolle Zeit für andere Dinge.
Phase 2: Sichten
Stoff vorsortieren
Verständnis schärfen. Die Vorbereitungen aus Phase 1 sind abgeschlossen, nun geht das Lernen richtig los. Im Idealfall sind wir durch unsere Vorbereitungen hochmotiviert und voller Energie, es gibt ein klares Ziel und einen Zeitplan. In dieser
Phase 2 geht es darum, den Lernstoff bereits beim Lesen mit geeigneten Werkzeugen zu erfassen und zu strukturieren.
Phase 3: Aufbereiten
Stoff vertiefen, verstehen
Die richtige Technik macht‘s. Nachdem wir den Lernstoff in Phase 2 gesichtet haben, liegt der Fokus in Phase 3, den gelesenen Stoff mit verschiedenen Lerntechniken zu erarbeiten und weiter zu ordnen. So entsteht ein Fundament, das uns beim Abspeichern und Abrufen in der nächsten und letzten Stufe sehr nützlich ist. Die Zeit, die wir in die richtige Technik investieren, bekommen wir doppelt und dreifach zurück.
Phase 4: Abspeichern
Wissen behalten, abrufen
Jetzt geht es auf die Zielgerade. Wie können wir unser Wissen dauerhaft auf einem Höchststand halten, ohne dass Informationen verloren gehen? Neuen Lernstoff behalten wir am besten, je konsequenter wir ihn mit Bildern und Bekanntem verbinden. Darum geht es in dieser letzten Phase 4 des Lernprozesses. Grundlage für diese Phase ist das Verständnis aus den Phasen 2 und 3. Das richtige Abspeichern sorgt mit Hilfe der geeigneten Technik sogar für Leichtigkeit und Spaß beim Abrufen des Lernstoffs.
Unterschiedliche Lernphasen in Schule, Uni und Erwachsenenbildung
Lernphasen Schule: Wie dein Gehirn in der Schulzeit arbeitet
In der Schule werden Inhalte oft schnell hintereinander vermittelt. Viele Schülerinnen und Schüler versuchen, alles gleichzeitig zu verstehen und zu behalten. Doch das Gehirn liebt Ordnung. Die verschiedenen Lernphasen zu kennen hilft dabei, Chaos zu vermeiden und gezielt zu lernen.
Lernphasen Studium: Der Unterschied zur Schule
Im Studium wird viel Selbstorganisation erwartet. Anders als in der Schule sagt dir selten jemand, wann du welche Phase durchlaufen solltest. Die Verantwortung liegt bei dir. Das führt oft dazu, dass Lernende schon teilweise oder unbewusst durch den Ablauf der Lernphasen gehen.
Im Studium kommen weitere Herausforderungen hinzu:
- Stoffmenge nimmt drastisch zu
- Eigenständiges Arbeiten ist Pflicht
- Prüfungsformate sind anspruchsvoller
Gerade deshalb lohnt sich ein klares Verständnis der Lernphasen, denn es spart Zeit und Nerven.
Lernphasen in der Erwachsenenbildung: Neue Chancen für effizientes Lernen
Erwachsene lernen anders als Jugendliche. Wer berufsbegleitend lernt, bringt oft Vorerfahrungen mit – aber auch Zeitdruck. Hier hilft es besonders, die Lernphasen bewusst zu steuern, statt nur „irgendwie“ zu lernen.
Typische Vorteile:
- Besseres abstraktes Denken
- Höhere Lernmotivation
- Mehr Selbstdisziplin
Typische Herausforderungen:
- Wenig Zeit
- Stress
- Hohe Erwartungen
Umso wichtiger ist es, die Lernphasen besser zu verstehen, damit du deine wenige Lernzeit optimal nutzt.
Fazit: Lernphasen sind dein Schlüssel zu nachhaltigem Lernerfolg
Die verschiedenen Lernprozess Phasen sind kein theoretisches Modell, das nur in Lehrbüchern existiert. Sie bilden die Realität deines Gehirns ab. Wenn du die Lernphasen besser verstehen und bewusst einsetzen lernst, kannst du deine Lernzeit halbieren – und gleichzeitig deinen Erfolg verdoppeln.
Egal ob Abitur, Studium oder Weiterbildung: Wer die Lernphasen kennt, lernt smarter, sicherer und nachhaltiger. Und genau hier beginnt der Unterschied zwischen „Ich hoffe, das klappt“ und „Ich weiß, dass ich es kann“.
Alle Blogartikel in alphabetischer Reihenfolge
Coaching Ablauf – Dein roter Faden für nachhaltige Veränderung
Coaching Kompetenzen – Der erste Eindruck zählt
Gewaltfreie Kommunikation (GFK) im Coaching
Glaubenssätze verstehen und auflösen – Der umfassende Guide für Coaches
Lernen mit Spaß – Mit Leichtigkeit zum Ziel
Lernen lernen – Warum es so wichtig ist und wie es besser gelingt
Lernphasen verstehen- Vom Anfänger zum Profi
Lernstress meistern: Dein smarter Guide für Schule, Studium und Weiterbildung
Lesetechniken Überblick und Anwendung: Schneller lesen lernen leicht gemacht
Zeitmanagement Methoden für deinen Erfolg
Zeitmanagement Strategien für deinen Alltag
Zielplanung – Strategisch zum Erfolg
Zielplanung mit Methoden – So kommst du deinen Zielen wirklich näher
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FAQ – Deine Fragen rund um Lernphasen
Lernphasen sind verschiedene Abschnitte im Lernprozess, die jeweils unterschiedliche Aufgaben erfüllen.
Weil jede Phase eine andere Funktion hat und Lernen nur funktioniert, wenn alle zusammenspielen.
Grundsätzlich ja, aber im Studium musst du sie selbst organisieren.
Besonders durch Wiederholung, Transfer und regelmäßige Kontrolle. Je bewusster du sie nutzt, desto leichter werden sie.
Theoretisch nein. Praktisch tun es viele – und merken es in der Prüfung.
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